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Michael Stage, bildungspolitischer Sprecher von future! - Die junge Alternative und sachkundiger Einwohner im Bildungsausschuss der Stadt Magdeburg zur aktuellen Diskussion über die Öffnung der Schuleinzugsbereiche für Grund- und Sekundarschulen in der Stadt Magdeburg.
Ein Wegfall der Schuleinzugsbereiche führt zum Verlust der Planungssicherheit der Verwaltung. Dieses sollte meiner Meinung nach zu Gunsten der pädagogischen Schulentwicklung in unserer Stadt zu verschmerzen sein. Denn Schuleinzugsbereiche sind dann gut und richtig, wenn Schule in einem Standardsystem funktionieren soll, in der die reine Wissensvermittlung an oberste Stelle steht. Glücklicherweise verankert sich in unserer Gesellschaft immer mehr die Erkenntnis, dass Schule, gleich welche Schulform, nicht mehr vorrangig Wissen, sondern Kompetenzen vermitteln soll. Dafür braucht es mehr Freiräume für individuelle Förderung und neue Methoden, als für die reine Wissensvermittlung notwendig waren.
Schule hat angefangen, vielfältig zu werden. Ein Veränderungsprozess, der bereits für einen Wettbewerb unter Schulen führt und der immer mehr Schulen in freier Trägerschaft hervorbringt. Wenn öffentliche Schulen sich nicht von dieser wachsenden Zahl verdrängen lassen wollen, wird es notwendig werden, dass auch sie ein individuelles Profil entwickeln und leben, um nicht Gefahr zu laufen, als Schulen zweiter Klasse abgestempelt zu werden. Gerade für die Sekundarschule ist dieses eine Chance, die Attraktivität dieser Schulform in unserem gegliederten Schulsystem zu steigern.
Das aktuelle Engagement der Oskar-Linke-Sekundarschule zeigt, wie solch eine Profilbildung entstehen kann. Auch die Wolmirstedter Gutenberg-Sekundarschule beweist eindrucksvoll, dass staatliche Schulen sich trotz vorgegebener Strukturen genügend Freiräume verschaffen können, um sich eigenständig und so erfolgreich ein unverkennbares Profil zu entwickeln.
Um solch eine Entwicklung auch in Magdeburg voranzutreiben, darf sich die Stadt nicht mehr nur mit ihrer Verantwortung für die Gebäudeverwaltung zufrieden geben. Denn Bildung ist mittlerweile zum bedeutenden Standortfaktor geworden, der das Interesse der Stadt für mehr Bildungsverantwortung wecken muss.
Natürlich wird die Öffnung der Schuleinzugsbereiche dieses allein nicht leisten können. Doch ist dieser Schritt ein wichtiges Signal. Die Schulen erhalten dadurch mehr Einfluss auf die Sicherung ihres Standortes. Nicht wie bisher stellen dann vor allem Qualität und Vielfalt der pädagogischen Arbeit und die ständige Weiterentwicklung der Schulkonzepte wichtige Faktoren für den Erhalt der Schule dar. Hierbei spielt auch die Öffnung der Schulen für den sie umgebenden Sozialraum und den daraus entstehenden Kooperationsmöglichkeiten, die Entstehung lokaler Bildungslandschaften, eine wichtige Rolle. Schulpartner, Ganztagsangebote, die Einbindung der Eltern, die Anwendung von Instrumenten zur individuellen Förderung und alternative Unterrichtsmethoden bieten den Schulen vielfältige Möglichkeiten, sich zu entfalten.
Dass ein Wettbewerb unter Schulen erfolgversprechend sein kann, zeigt die jährliche Verleihung des Deutschen Schulpreises. Nicht nur ein gutes und erfolgreiches Lehr- und Lernklima, sondern auch die öffentliche Auszeichnung und damit die Anerkennung der Bemühungen sind Motivation der Schulakteure, Schulkonzepte ständig weiterzuentwickeln und Neues auszuprobieren.
Mit der Öffnung der Schuleinzugsbereiche als Signal für solch eine Qualitätsentwicklung schlägt "future! - Die junge Alternative" die jährliche Verleihung eines Magdeburger Schulpreises für Schulen der Stadt vor. Dieser Schulpreis sollte durch Stadtverwaltung und Wirtschaft vergeben werden und den Schulen die Anerkennung, die sie verdient haben, sowie die Motivation, sich ständig weiter zu verbessern, geben.
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