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Koalitionspläne von CDU und SPD: Geplante Eingriffe gefährden Bildungslandschaft Drucken E-Mail
Donnerstag, 07 April 2011
Stellungnahme der Stadträte und Vorstandsmitglieder von „future! - Die junge Alternative“ zu den Koalitionsplänen von CDU und SPD im Land Sachsen-Anhalt, die Hochschulen dem Wirtschaftsministerium zu unterstellen.

„future! - Die junge Alternative“, Fraktionspartner der SPD im Stadtrat von Magdeburg, ist erschrocken darüber, dass die Koalitionsparteien im Landtag die Freiheit von Forschung und Lehre der Gefahr aussetzen wollen, dass wirtschaftlichen Interessen der Zugang zur Hochschulpolitik endgültig frei gemacht werden soll.
 
„Bis heute sind future! weder Probleme oder Fälle in der Kommunikation zwischen Unternehmen, Hochschulen und dem Kultusministerium bekannt geworden, die vom Wirtschaftsministerium hätten einfacher, schneller oder besser gelöst werden können.“ sagt Oliver Schilling, Vorsitzender von future! am Donnerstag in Magdeburg. Die Zuordnung der Zuständigkeit weg vom Kultus- hin zum Wirtschaftsministerium birgt die große Gefahr, das wertvolle Gut von akademischer Arbeit, Forschung und Lehre nur noch den Interessen des Marktes unterzuordnen.
 
Bereits heute werden Studiengänge kurzfristig erschaffen oder geschlossen und müssen Hochschulen in erheblichem Umfang Drittmittel einwerben, um sich zu finanzieren. Ein direkter Durchgriff auf die Forschung bedeutet weniger Grundlagenforschung und mehr produktorientierte Forschung, sowie Unternehmensspezifische Lehre. Dies würde den Vorsprung auch der Magdeburger Hochschulen weiter verringern, weil Grundlagenforschung über Jahre hinweg teuer ist,ohne unmittelbare Ziele zu verfolgen und deshalb gerne „weggespart wird“.
 
Wir sehen es bereits heute kritisch, dass Unternehmen Stellen in Hochschulen finanzieren dürfen. Mirko Stage, Mitglied des Stadtrates und dieser gemeinsamen Fraktion stellt klar: „Von einer derartigen landespolitischen Ausrichtung der SPD wollen und müssen wir uns in aller Deutlichkeit distanzieren. Falls es zu dieser Entscheidung kommt, befürchten wir auch für die zukünftige kommunale Zusammenarbeit zwischen SPD und future! eine große Belastung. Ein solcher Eingriff in die Bildungslandschaft ist mit den politischen Grundsätzen von future! absolut unvereinbar.“
 
Auch die geplante Neuzuordnung „großer, landeseigener Bauvorhaben“ weg vom Bauministerium, hin zum Finanzministerium betrachten wir mit großer Sorge.

Oliver Schilling (Vorsitzender „future! - Die junge Alternative“ Sachsen-Anhalt)
Stephan Bublitz (Vorstandsmitglied und Pressesprecher „future! - Die junge Alternative“)
Mirko Stage (Stadtrat der Fraktion SPD / Tierschutzpartei / future!)
Oliver Wendenkampf (Stadtrat der Fraktion SPD / Tierschutzpartei / future!)
 
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