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plakat1.pngFragen und Antworten für das Internetportal magdeburg-wählt.de
(gefragt wurde: Michael Stage, Fraktionsvorsitzender der Ratsfraktion von future! - Die junge Alternative und seit 10 Jahren jüngster Stadtrat)

     

Welche Ziele möchten Sie im Bereich Kinder und Jugend verwirklichen?

Zuerst natürlich die Schulen. Hier setzen wir uns dafür ein, keine weiteren Schulen mehr zu schließen. Stattdessen muss die vorhandene Schullandschaft gesichert und der Sanierungsstau abgearbeitet werden! Als Vorreiter im Land wollen wir mit einer "Magdeburger Erklärung" die Landesregierung auffordern, endlich die veralteten Strukturen der Schullandschaft zukunftsfähig zu machen und Lehrmethoden und -inhalte an die gesellschaftlichen Herausforderungen von heute anzupassen.

Eine kommunale "Futurum-Schule" nach skandinavischem Vorbild soll in Kooperation mit der Uni als Pilotprojekt aufgebaut werden. Eine Öffnung der Schul- und Sporträume auch nach Unterrichtsschluss schafft Begegnungsstätten in den Stadtteilen für Initiativen, Verbände und Vereine und bietet eine sinnvolle freiwillige Ergänzung zum bestehenden Freizeitangebot.

Weiterhin möchten wir die freie, also kostenlose Fahrt für alle Schüler bis 14 Jahren in Bussen und Bahnen. Damit wird die Fahrt zur Schule, zum Sportverein, zur Bibliothek oder zu Freunden viel einfacher und nicht mehr abhängig davon, wie weit weg ich von meiner Schule wohne. Langfristiges Ziel ist es, dass alle Schüler kostenlos befördert werden.

Zur Stärkung der gesamtgesellschaftlichen Teilhabe gehört auch die kostenlose Bibliotheksausleihe von Büchern und Zeitschriften bis 16 Jahre sowie mehr Mitsprache und Eigenverantwortung der Jugendlichen bei der Gestaltung von Jugendfreizeiteinrichtungen. Weitere Ideen bringe ich bei der Beantwortung der folgenden Fragen mit ein :)

 

 

Wie sind die Pläne Ihrer Partei in Bezug auf den Ausbau von öffentlichem Raum für Jugendliche?
Wie stehen Sie dabei zu Schließungen von Jugendclubs?

Einerseits wird sich heutzutage darüber aufgeregt, dass Kinder und Jugendliche zu oft vor dem Fernseher oder vor dem Computer hängen, andererseits beschweren sich Anwohner, wenn Kinder laut auf dem Spielplatz toben oder Jugendliche abends im Jugendtreff sich treffen und Spaß haben. Von daher ist es verständlich, wenn sich junge Menschen abgeschoben oder unerwünscht fühlen.

Die Schließung von Jugendclubs ist dann genau das falsche Signal. Wir möchten hier mehr Eigenverantwortung hinein bringen und setzen uns für die selbstständige Verwaltung der Jugendclubs durch die Jugendlichen ein. Sie selbst können dann entscheiden, wann der Club geöffnet hat und welche Angebote er bietet. Dadurch werden soziale Kompetenzen vermittelt und Verantwortungsbewusstsein geschaffen. Unterstützung bei Problemen sollen sie natürlich auch weiterhin durch geschulte Fachkräfte erhalten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch die Möglichkeit einer Mitgliedschaft in einem Verein, die sich einige Kinder und Jugendliche nicht leisten können. Unserer Meinung nach darf jedoch niemand aufgrund seiner sozialen Herkunft davon ausgegrenzt werden! Hier müssen wir als Stadt unbedingt eine Unterstützung bieten. Denn unabhängig von der Art des Vereins (Sport, Kultur o.a.) werden hier wichtige Kompetenzen und Spaß am Engagement und Teamwork vermittelt.

 

 

Was will Ihre Partei für Jugendengagement tun? Wie wollen sie Anreize schaffen?

Wenn es überhaupt einen Anreiz dafür gibt, dann ist es der, dass die Jugendlichen Gewissheit erhalten, dass ihre Ideen auch tatsächlich ernst genommen und nach den vorhandenen Möglichkeiten umgesetzt und nicht irgendwo unbeachtet abgeheftet werden. Bestes Beispiel: Vor einem Jahr haben Kinder in Reform ganz viele Ideen für ihren Stadtteil gesammelt. Das Projekt wurde vom Oberbürgermeister und der Politik hochgelobt. Letztlich wurde aber keine einzige Idee für den Stadtteilumbau berücksichtigt. Da ist es kein Wunder, dass junge Menschen sich fragen, warum sie sich überhaupt engagieren sollen, wenn doch wieder an ihren Köpfen vorbei entschieden wird. Ähnliches passiert im Neustädter Feld, wo Jugendliche seit anderthalb Jahren auf die Realisierung eines von ihnen entworfenen Freizeittreffpunktes warten.

Ein großes Ziel von uns ist auch die Schaffung eines Magdeburger Kinder- und Jugendparlamentes. Hier sollen dann junge Menschen direkt über die Verwendung von bestimmten Geldern entscheiden und Forderungen an den Stadtrat stellen können.

 

 

Wie wollen Sie junge Leute in Magdeburg halten und die Stadt für Sie attraktiver machen?

Wir haben heutzutage zum Glück die Möglichkeit, die Welt für uns zu entdecken, so dass man jungen Menschen keinen Vorwurf machen kann, wenn sie neugierig auf andere Städte und Länder sind. Ziel darf es daher nicht nur sein, die jungen Leute hier in der Stadt zu halten oder zur Rückkehr zu bewegen, sondern auch die Stadt interessanter für andere jungen Menschen zu machen, die dann herziehen und eine Familie gründen. Das schafft man jedoch nur mit einem breiten Arbeitsplatz-, Ausbildungs- und Studienangebot. Denn niemand zieht nur deswegen in eine neue Stadt, weil sie so grün ist, ein breites Kulturangebot bietet oder viele Kneipen und Cafes hat.

Das kann man durch unterschiedliche Maßnahmen erreichen, z.B. durch die stärkere Kooperation der Schulen mit den Magdeburger Hochschulen und der hier ansässigen Wirtschaft und Industrie. Ein gutes Stadtimage ist ebenfalls wichtig. Wir müssen unsere Stärken viel besser nach außen vermarkten und aktiv auf neue Technologien und vor allem Existenzgründer zu gehen und für unsere Stadt als Standort zu werben.

 

 

An welchen Stellen würden Sie bei Haushaltskürzungen zuerst und an welchen Stellen zuletzt sparen?

Zuletzt würde ich dort sparen, wo jeder investierter Euro nach einigen Jahren ein Vielfaches an Einsparungen bzw. Erträgen wiederbringt. Das ist im Bereich der Bildung, der Kultur und vor allem im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit und bei der Wirtschaftsförderung der Fall. Jugendliche mit guter Schulbildung bringen der Stadt und dem Land ein Vielfaches von dem, was ihre Ausbildung gekostet hat, später an volkswirtschaftlichen Nutzen. In Magdeburg verlässt ca. jeder zehnte Schulabgänger ohne Schulabschluss die Schule. Ein Großteil von ihnen ist später arbeitslos und verursacht dann dem Staat enorme Kosten. Damit das nicht geschieht, sollte jetzt ein Bruchteil von diesen Kosten investiert werden, um diese Jugendlichen zu qualifizieren.

Sparen kann man dort, wo unnötig Gelder verbaut werden. Unsinnige Straßenausbauten wie z.B. der geplante Innenstadttunnel für mindestens 40 Millionen Euro, der eigentlich gar nicht benötigt wird. Natürlich schafft dieses Projekt wieder Arbeitsplätze für die Firmen, die den Tunnel bauen. Aber wäre es nicht schlauer, diese Millionen woanders zu investieren, wo sie langfristiger wirken? Z.B. in die weitere Sanierung von Kindertagesstätten und Schulen, oder für die Schaffung weiterer Spielplätze, sozialen Angeboten zur Unterstützung oder als Anreiz für neue Unternehmen, sich hier in Magdeburg anzusiedeln und Arbeitsplätze zu schaffen.

 

 

Welche Auswirkungen hätten Haushaltskürzungen auf die Bereitstellung von Geldern für Jugendarbeit?

Das Wort "hätten" in der Fragestellung muss man leider durch "haben" ersetzen, denn die Kürzungen geschehen leider teilweise bereits! Jugendclubs werden geschlossen bzw. deren Öffnungszeiten stark eingeschränkt. Beratungsangebote (z.B. Drogen, Kriminalität, Hilfen bei Problemen) werden reduziert, ebenso Freizeitangebote und Schulungen, bzw. werden sie mit Gebühren belegt, die sich viele nicht leisten können. Stellen für Sozialarbeiter werden gestrichen, gleichzeitig steigt jedoch

die Anzahl derer, die Unterstützung und Betreuung erhalten wollen.Wenn Anlaufstellen und Vertrauenspersonen wegbrechen, hat das katastrophale Auswirkungen auf die Jugendarbeit. Und letztlich bedeutet weniger Geld auch weniger Projektarbeit. Doch gerade diese vermittelt Jugendliche Kompetenzen und knüpft Kontakte zu Firmen, um Ausbildungsstellen zu vermitteln. Eigentlich muss hier noch mehr Geld investiert werden, um den Bedarf zu decken.

 

 

Wie will Ihre Partei Politik für Jugendliche transparenter und interessanter machen?

Ein spannender Ansatz, den wir vor einigen Monaten schon im Rat eingebracht haben, wurde leider aus Angst vor dem "neuen" Medium Internet von den anderen Parteien abgelehnt: Die Übertragung der Ratssitzungen im Internet über Livestream.
Eine anderes Projekt, das wir unbedingt umsetzen wollen, ist die Einführung des oben schon erwähnten Magdeburger Kinder- und Jugendparlamentes, wie es in einigen Städten bereits erfolgreich existiert. Hier können sich junge Menschen direkt für ihre Belange einsetzen, finden Gehör und erleben, was Politik alles bedeutet.
Die vom Jugendforum organisierten EinBlicke ins Rathaus für Schulen müssen unbedingt fortgeführt und von der Politik mehr unterstützt werden.

Und warum sollte man nicht eine monatliche Diskussionsveranstaltung an Schulen zu einem aktuellen Thema, wie z.B. Alkoholverbot am Hassel oder Schulsanierungen, veranstalten, in dem Stadträte mit Schülern diskutieren?
Jugendliche sind meiner Meinung nach offen für Politik, das Problem liegt darin, dass die Politik - entgegen ihrer eigenen Meinung - zum Teil nicht offen für junge Menschen ist. Daran müssen wir arbeiten!

 

 

Warum sollte ein junger Mensch Ihre Partei wählen?

Ich bin seit 10 Jahren ununterbrochen der Jüngste im Stadtrat. Dabei liegt der Altersdurchschnitt im aktuellen Stadtrat bei über 60 Jahren! Wir wollen das ändern und mit mehr jungen Leute im neuen Stadtrat vertreten sein. So können wir die Interessen von jungen Leute, von zum Teil Gleichaltrigen, auch besser vertreten, denn wir sind einfach auf einer Augenhöhe.
Wir haben 21 Kandidaten. Der Jüngste ist 21, der Älteste ist 47, daraus ergibt sich nicht nur ein interessanter Alters-, sondern auch Kompetenzquerschnitt. Darunter finden sich u.a. Studenten, Auszubildende, die einen ganz anderen Bezug zu junger Politik und frischen Ideen haben. Einer unserer Kandidaten engagiert sich z.B. ehrenamtlich im Jugendsportbereich und organisiert Baskettballturniere, ein anderer ist im Jugendforum aktiv, die nächsten sind in mehreren Kulturvereinen der Stadt vertreten. Wir haben also schon sehr viele engagierte Leute, die modernen Herausforderungen und Entwicklungen aufgeschlossen gegenüberstehen und mit Mut, Offenheit und Visionen gegen eingefahrene Meinungen und Vorurteile antreten.

Also kurz und knapp: Wir brauchen mehr junge Menschen in der Magdeburger Kommunalpolitik. Genau darum treten wir gemeinsam als future! mit einem Durchschnittsalter von unter 30 Jahren an und nicht mit Alibi-Jugendlichen auf Listenplatz 5 oder 6, wie es die anderen etablierten Parteien tun.

 
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