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Freitag, 29 August 2008

Reaktion zum Straßenfest „Schöner leben ohne Nazi-Nachbarn“thumb_2008_08_29_neinzunazis.png

Mit großem Interesse und aus Überzeugung hat sich future! – die jugendpartei am vergangenen Samstag am Straßenfest in der Alten Neustadt unter dem Motto „Schöner leben ohne Nazi-Nachbarn“ beteiligt.

Als Redner nahm Oliver Schilling von future! – die jugendpartei die Gelegenheit am Samstag wahr und betonte noch einmal ausdrücklich, wie wichtig es ist, aufzuklären und aktiv zu werden:


Wir – future! die jugendpartei – halten den Kampf gegen Nazis für eine essentielle, gesellschaftliche Aufgabe, die noch nicht dort angekommen ist, wo sie wirken müsste: Nämlich auf der Straße, bei den Leichtgläubigen, bei den Mitläufern, bei den Orientierungslosen, bei den Politikverdrossenen. Da draußen ist die Hölle los! Nazis unterwandern gesellschaftliche Strukturen. Und davor darf niemand die Augen verschließen. Kleine Zahlen bekennender Neonazis verharmlosen die Zahl der Mitläufer, der Befürworter und derer, die loslegen, wenn gerufen wird oder sich eine Gelegenheit bietet.

Aktuell passieren ganz dramatische Dinge: Neonazis missbrauchen die Trauer um die ermordete Michelle in Leipzig für ihre Parolen. Die zweite Geschichte ist allen Magdeburgerinnen und Magdeburgern ebenfalls bekannt: Grünes Haus, Braune raus. Der juristische Kleinkrieg um den Thor-Steinar-Laden im Hundertwasserhaus. Und in Alte Neustadt wiederholt sich die Geschichte eines schier unendlichen juristischen Verfahrens der Räumungsklage nach eindeutigem Rechtsbruch. Es ist unfassbar, dass wir uns in juristischen Spitzfindigkeiten verlieren und nicht mehr Gut von Böse unterscheiden und unmittelbar durchsetzen können.

"Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen oder seiner Behinderung benachteiligt oder bevorzugt werden", heißt es in Artikel 3 des Grundgesetzes. Doch Nazis hassen alle, die anders sind als sie selbst. Und deshalb pöbeln, beleidigen und überfallen sie und schlagen, treten und verletzen Andere. Selbst die Besucher des Straßenfestes sollten im Vorfeld mit Drohbriefen eingeschüchtert werden. Hier und auch weiterhin gilt es, entschieden entgegenzutreten und diese Gruppierungen weiterhin mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Wichtig sind dabei unter anderem Perspektiven für die Jugend, um nicht in diesen braunen Sumpf abzurutschen. Die Jugend ist extrem gefährdet in einer Gesellschaft, in der man nur etwas zählt, wenn man mithalten kann und sich durch äußere Werte oder durch gewalttätiges Aussehen definiert. Unsere Jugend braucht Beschäftigung, Betreuung, Aufklärung und Bildung, z.B. mit Filmen wie ´Das Experiment´ oder ´Die Welle´ und dem Aufzeigen exakter Parallelen zwischen damals und heute. Dafür braucht man aber eben auch Zeit im Schulunterricht. Beschäftigung und Betreuung sind aber auch Jugend- und Alkoholkontrollen, Einschreiten bei Gewalt und die frühzeitige Intervention bei Ansammlungen. Das ist aber eben auch die Förderung der Beschäftigung in der übermäßigen Pseudo-Freizeit, in der Jugendliche bisher eher zum Abhängen neigen denn zu Sport oder anderen Aktivitäten, die die Gesellschaft anbieten muss. Und hier sind längere Öffnungszeiten der Jugendclubs, Fördermitgliedschaften in Sportvereinen und auch organisationsarme Präsenz dringend erforderlich.

Deshalb der Appell: Lassen Sie Nazis keinen Raum. Rufen Sie immer die Polizei und melden Sie sich immer auch als Zeuge!

Oliver Schilling

future! - die jugendpartei

 
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