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2. Bildung für alle - kostenlos & frei zugänglich Drucken

  • 2.1 Bildung für alle - allgemeine Grundsätze

Jeder hat ein Recht auf Bildung. Bildungsgarantien, wie das Recht auf Kitaplätze, eine Ausbildungsplatz- bzw. Studienplatzgarantie, müssen daher für alle Menschen unserer Gesellschaft gelten - frei von finanziellen Hemmnissen. Benachteiligten-, Begabten- und Breitenförderung müssen parallel stattfinden, ohne sich gegenseitig auszuschließen. Eventuell nötiger Einzelunterricht oder Sonderklassen (in Abhängigkeit von der Teilnehmerzahl) findet nicht in separaten Einrichtungen, sondern an der regulären „Gesamtschule“ statt. Dabei ist eine integrative und behindertengerechte Ausrichtung aller Bildungseinrichtungen selbstverständlich, um Kindern, Schülern, Eltern u.a. Teilnehmern den Zugang zu ermöglichen und diese auch anderweitig nutzen zu können (z.B. als Wahllokale oder für Stadtteilarbeit). In einer immer stärker globalisierten Welt ist die frühzeitige Vermittlung von Fremdsprachenkenntnissen mit international anerkannten Abschlüssen immer wichtiger. Berufsorientierter Unterricht und Nachmittagsangebote in Kooperation mit Wissenschaft und Wirtschaft (z.B. jährliche Praktika ab der 7. Klasse) sollen besser als bisher die Schüler auf ihre weitere Laufbahn nach der Schulzeit vorbereiten.

  • 2.2 Finanzierung: Bildung als Investition

Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Bildung hat volkswirtschaftlich eine hohe Bedeutung und wirkt präventiv gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Bildung und Wissen müssen als wichtigste Standort- und Produktionsfaktoren angesehen werden und nicht als kostenintensive Haushaltsstelle, die jedes Jahr reduziert wird. Lebenslanges Lernen steht im Mittelpunkt. Bildung muss für jeden zugänglich und kostenfrei sein. Deshalb fordern wir die Gebührenfreiheit von Bildungsangeboten und sprechen uns damit auch klar gegen Studiengebühren aus. Lehrmaterialien müssen - z.B. als Leihexemplar und in Bibliotheken - kostenfrei zugänglich sein. Das meist vom Einkommen der Eltern abhängige, kompliziert zu beantragende BAföG wird durch die soziale Grundsicherung für alle abgelöst.

  • 2.3 Gute Ausbildung garantiert gute Ausbilder

Bundesweit ist zu beobachten, dass bei der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte immer häufiger der Rotstift angesetzt wird und pädagogische Inhalte gegenüber Fachinhalten immer stärker ins Hintertreffen geraten. Dabei garantiert nur eine gute Ausbildung der Ausbilder, dass diese später nicht nur Wissen, sondern auch Methodik und Sozialkompetenz überzeugend vermitteln können. Da wir ein bundesweit einheitliches Bildungssystem anstreben, muss auch eine bundeseinheitliche Ausbildung für Pädagogik, Lehre und Forschung selbstverständlich sein. Regelmäßige Weiterbildungsangebote dürfen sich nicht nur auf fachspezifische Inhalte beschränken, sondern müssen auch aktuelle Alltagsprobleme - wie z.B. Gewalt an Schulen, Kriminalitätsentwicklung, Rechtsradikalismus, Drogenmissbrauch - und den Umgang damit thematisieren.

  • 2.4 Bundeseinheitliche Abschlüsse & starke Selbstverwaltung

„future! - Die junge Alternative“ fordert bundeseinheitliche, staatliche Schulabschlüsse für Schüler aller Schulformen und Studenten aller Hochschulen - egal ob in staatlicher oder freier Trägerschaft. Die Selbstverwaltung durch (Hoch-)Schulkonferenzen aus Lehrkräften, Schülerund Elternvertretern, bzw. Studenten und Angestellten muss gestärkt und mit mehr Gestaltungsfreiheit ausgestattet werden. Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft stellen mit ihren oft alternativen pädagogischen Konzepten eine zweite starke Säule neben den staatlichen Einrichtungen dar und sind daher zu fördern. Diese müssen jedoch den Mindestanforderungen staatlicher Einrichtungen entsprechen. In den Lehrplänen muss genügend Platz für neue Unterrichtsinhalte sein, wie Demokratieverständnis, Medienkompetenz und weitere aus gesellschaftlichen Veränderungen resultierende Themen. Bildungs- und Freizeiteinrichtungen sowie Wohngebiete müssen immer im sozialräumlichen Kontext betrachtet und geplant werden.

  • 2.5 Dezentrale Kitas & Vorschulpflichtjahr

Wir fordern kleine, dezentralisierte Kindertagesstätten (Kita) und Betreuungsangebote von staatlicher Seite, als auch durch freie Träger. Alle Kinder sollen vor Schulbeginn (0. Klasse) ein Vorschulpflichtjahr in der Kita absolvieren, um eine bessere frühkindliche Förderung (Lesen, Zählen, Fingerfertigkeiten, Sozialkompetenz) zu erreichen und auf die Schule auf spielerische, kindgerechte Weite vorbereitet zu werden. Die Einrichtungen müssen allen Kindern unanhängig Ihrer sozialen Herkunft gleichermaßen offen stehen, ihre Öffnungszeiten müssen sich an den Bedürfnissen der Eltern (Arbeitszeit) orientieren.

 
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